Montag, 12. Mai 2014

Song Contest Finale 2014



Endlich ist es soweit: Das Event auf das die Männer schon seit Beginn des Jahres sehsüchtig gewartet haben. Nein, nicht die Fußball-WM in Brasilien, sondern der Auftritt der polnischen Wäschermädels beim Song Contest. Ein bisschen müssen sie sich aber noch gedulden, denn Polen kommt erst mit Startnummer 9.

Bis dahin trösten wir uns einmal mit der Eröffnung des Song Contests in Dänemark, welcher heuer in einer ehemaligen Schiffswerft in Kopenhagen ausgetragen wird. Freude schöner Götterfunken stimmt uns darauf ein, dass dies nun das letzte musikalisch anspruchsvolle Lied für diesen Abend gewesen ist.

Gott sei Dank wird das Gewinnerlied vom letzten Jahr noch einmal eingespielt – das hat man nämlich schon vergessen.

Auf Teletext 777 kann man sogar Karaoke singen – die Untertitel für Hörgeschädigte sind nämlich mit Songtexten!

In einem James-Bond-Manier-Filmchen kommen Tänzer mit Flaggen der Teilnehmerländer in die Halle.
Die Bühne bietet wieder alles auf, was sie hat – Funkenflüge, Stroboskop…. Alles an Licht was es gibt.

Alle Teilnehmer werden nun nacheinander vorgestellt – natürlich gleich in der richtigen Reihenfolge., damit es zu keinen Verwechslungen kommen kann.  

Heute hat unsere magersüchtige Moderatorin ein creme-farbenes Kleid an und nur einen Schmetterling im Haare – fast fad. Was soll sie jetzt essen, wenn sie Hunger bekommen sollte? Vielleicht knabbert sie einen ihrer Co Moderatoren an, vor allem den blonden, den sie dauern angrabscht… Denjenigen, der heute mit seinen gegelten Haaren aussieht wie Ewan McGregor.

Und los geht’s:

Startnummer 1, Ukraine: Hamsterrad. Tick Tock. Heute darf ich das Lied in voller Länge „genießen“. Was der Typ alleine in der Woche des Song Contests abgenommen haben muss… bei all den Proben usw. Ob das ein neuer Trend wird? Ab nächsten Monat wird Hamster-rading oder hamster-wheelings in allen agesagten Fitnettstudios angeboten?

Weißrussland: Käsekuchen. Und auch heute ist er auch noch kein Patrick Swayze. Meiner Mama gefällt‘s…

Auch heute gibt es wieder die Kurzfilme der Teilnehmerländer, die ihre Flaggen auf originelle Art und Weise basteln. Finde es schade, dass es dieselben Flaggen wie bei den Semi Finalen sind. Ein bisschen Abwechslung wäre nett gewesen.

Aserbaidschan: Frau in geilem roten Kleid. Das ist die Nummer, wo das Trapez vom Gesinge ablenken soll. Turnt die da vor der Skyline von NY?! Wieso? Oder sieht es im Aserbaidschan auch aus wie im Big Apple? Jetzt weiß ich, wieso das Trapez da ist, ansonsten würde man bei der Nummer einschlafen.

Island: Das sind die bärtigen mit bunten Anzügen. Nein, Bowties are not cool! Außer bei Smoking. Ja, das Lied heißt Prejudice, aber ich habe Vorurteile gegen bärtige Männer in Overalls und Schirmkappen. Kommentar meiner Mama: „Sauflied.“ Auch wenn ich beim Käsekuchen nicht ihrer Meinung war, hier kann ich mich nur voll und ganz anschließen.

Norweger: der Silent Storm-Türsteher mit seiner Ballade, die so überhaupt nicht zu ihm passt, aber es sieht schön aus, wie die ganze Halle von den Handys der Zuseher erleuchtet wird. Tja, früher hatte man Feuerzeuge…


Rumänien: Das Donut-Klavier. Heute stakst die Sängerin komisch mit ihren Schuhen auf ihre Position und versucht wieder in Zeichensprache den Text darzustellen. Die Augen des Sängers treibt es ihm so hervor, dass ich Angst habe, dass sie ihm aus den Höhlen fallen. Und nun umarmen wir uns wieder und schreien uns gegenseitig ins Ohr. Ja, das finde ich definitiv eines der schrecklichsten Beiträge.

Armenien: Loki aus Thor stickt seine Flagge und singt nun Not alone, einer der Favoriten. Die Bühne zeigt wieder welch überzeugender Nachthimmel sie sein kann und wie man einen Kegel aus Licht richtig macht. Feuerspeien und Effekte peppen das Lied endlich auf, denn ansonsten ist es soooooooogBgvgbrgäbfävb – tschuldigung habe auf der Tastatur eingeschlafen – fad.


Montenegro: Der 2m-Riese in seiner Welt mit der Eislauf-Frau, wo die Effekte auf dem Bühnenboden wieder richtig ausgenutzt werden.

Polen: 40 mio Klicks auf YouTube. Nun ist es soweit Männer, lasst die Butter steif werden. Die Wäschermädels entkleiden sich und machen sich nasse. Das wäre doch ein tolles Titellied für die neue Staffel von „Das Geschäft mit der Liebe“ auf ATV. Ich meine, darf man das um die Uhrzeit überhaupt im Fernsehen zeigen – das ist NICHT jugendfrei.

Griechenland: Trampolin statt Drogen. Mein Wunsch nach verschreibungspflichtigen Medikamenten wird plötzlich beinahe unerträglich. Aber das Publikum geht mit und hüpft im Takt und schwenkt die Flaggen. (Wie viele Menschen beim Song Contest wohl verarztet werden müssen, weil sie von einer Flagge, besser gesagt von deren Stange, getroffen worden sind? Ob es da schon Todesfälle gab?)

Österreich: Erst jetzt fällt mir auf, dass am linken unteren Bildrand immer das Land und die Startnummer eingeblendet ist. Da merkt man, ich gebe mich ganz der Musik hin und achte nicht auf solche Details… Wow, beim Refrain hört man tatsächlich die Halle mitsingen. Und wieder zum Dur-Wechsel die Phoenix-Flügel.

Deutschland: Die habe ich noch nicht gesehen, denn gehört ja zu den Big Five. Hier wird versucht es dem Publikum zu vereinfach den Text mitzusingen, denn der läuft auf der LED-Wand mit. Die beiden Musikerinnen haben ein Lächeln aufgesetzt – der Terminus „aufgesetzt“ ist bewusst gewählt. Und ganz unmittelbar ist der Auftritt des deutschen Pink-Verschnittes vorbei.

Werbeunterbrechung, damit wir alle auf die Toilette gehen können, oder wie ich: Die Chips-Schüssel auffüllen.

Schweden: Celine Dion von Schweden, oder wie ich finde die Helene Fischer von Schweden. Auch hier singt das Publikum lautstark mit. Kein Wunder ein melodramatisches „I am over you…“-Schlussmach-Lied. Damit kann jeder mehr oder weniger sympathisieren.

Frankreich: Moustache – der Schnauzer. Der eine hat sich die Frisur der irischen Zwillinge von den letzten Jahren abgeschaut. Ob Frankreich jemals einen Beitrag haben wird, der nicht auf Französisch gesungen wird? Angezogen sind sie allesamt… gewöhnungsbedürftig. Ich weiß ja, wieso ich Schnauzer grauenhaft finde: auch ein Lied darüber bringt mit dem Oberlippenbart nicht näher.  


Russland: Die Olson-Twins, die so tun als ob sie an den Haaren zusammengewachsen wären. Sie fuchteln mit durchsichtigen Plastik-Staberln herum und wippen auf und nieder. Ja, wem’s gefällt… Wahrscheinlich die, die auf russische Teenager in Nachthemden stehen.

Italien: Goldener Lorbeerkranz, smokey eyes und weiße Outfits – so rockt Italien. Natürlich auch in der Landessprache – so gehört es sich für die Big Five. Oh, nun krabbeln wir auch auf allen Vieren lasziv über die Bühne. Spätestens jetzt sieht man ihr Höschen.  

Slowenien: Königin der Querflöte. „I’m gonna show you how to breathe.“ Danke, kein Bedarf. Die Background Sängerinnen wirken sympathisch.

Finnland: Nun wir es “something better.” Und wieder lenken mich die weißen Turnschuhe des Gitarristen/Keyboarders ab. Und der Pianist drischt wieder auf das Becken ein, obwohl es vom Band kommt. Ja, klingt wie eine Mischung aus Killers und Bloc Party.

Spanien: Dancing in the rain – noch ein Big Five-Land. Und welch Überraschung, es „regnet“ auf der Bühne… Sie haben sogar ihre Haare nass gemacht – wet look. Ja, meine Haare sehen auch so aus, wenn sie fett sind… Klingt weniger nach dancing als nach sleeping in the rain. Das einzige Big Five Land, das auf English singt.


Schweiz: jetzt darf ich nichts Gemeines über das schweizer Ringellöckchen schreiben, denn er ist Rechtsanwalt. Also bitte nicht verklagen! Dies ist zum reinen Vergnügen – ich mache kein Geld damit! Sein englisch mit schweizer Akzent ist irgendwie süß.


Ungarn: „Running“. Und auch dieses Mal möchte ich bei dem Song davonlaufen. Heute habe ich jetzt schon Kopfschmerzen. Ich denke ich werde den Song nutzen, um mir eine Kopfwehtablette zu genehmigen.


Ich sehne mich nach Freue schöner Götter Funken zurück!


Malta: Kelly-Mumford & Sons-Family – auch genannt die Edwards-Family. (Nein, bitte jetzt kein „Team Edward“- Gekreische!) Auch heute lächelt der Sänger wieder in die Kamera, aber vor allem seine Augenbrauen sind so gezupft, dass es so wirkt, als würde er seine Augen immerzu übertrieben aufreißen.


Dänemark: Lied heißt Klischee und wird vom Bruno-Mars von Dänemark inklusive Gamaschen dargeboten. Und spätestens jetzt bebt die Halle. Oh eine Step-Touch-Choreografie. Und irgendwie sieht der Sänger aus als wäre er süße 15.  Aber man muss sagen, der Song hat echt mit-sing-Potential. *skubidubidabdabdididai*


Niederlande: Endlich richtige Musik! Unser momentaner Büro-chill-Song. Calm after the strom: im wahrsten Sinne des Wortes. Davor noch eine kleine technische Panne - da will die dänische Flagge nicht von der Bühne… Aber jetzt genieße ich die Ruhe nach dem Sturm. Ah, die Kopfschmerzen nehmen ab…


San Marino: Oh, die Kopfschmerzen setzen wieder ein. Die Muschel-Mama mit dem Ralf Siegel Jammer-Lied.


Großbritannien: Flagge aus roten Bussen und 300 Statisten auf dem BBC-Parkplatz. Singen tut die kleine Molly. Outfit… Ich suche gerade nach einem passenden Vergleich. Also die Background Sängerinnen haben Rabenfesern auf den Schultern und sie könnte aus Katie Perry’s Roar Video entsprungen sein. Für die griechischen Sandalen hätte sie Brad Pitt‘s Wadendouble engagieren sollen. Aber ich mag das Muster am Bühnenboden– hat so etwas von englisch, viktorianischer Wohnzimmer Tapete.


Nun besuchen wir Graham Norton in der Kommentatoren-Kabine, weil sie allen Kommentatoren danken. Für alle, die Graham Norton nicht kennt, er hat eine der bekanntesten Talkshows in England, wo das Who ist Who der Unterhaltungsindustrie hinpilgert, wenn der schräge Graham ruft. Wer es noch nie gesehen hat – es gibt unzählige Videos auf YouTube; sehr unterhaltsam; einfach „Graham Norton Show“ eingeben.


Schnelldurchlauf. Oh, man hat genau den Ausschnitt gewählt, in dem man das Höschen der italienischen Sängerin sieht. Und natürlich den AUSSCHNITT der Wäschermädels. Perverse Bildregie! J

Ein Steven Hawking-Verschnitt singt Ode der Freue  auf einer frei stehende Leiter. Gruselig!  

Und nun singen sie Moderatoren eine Ode an die 12 Punkte – eine Videoeinspielung inkl. 12 Apostel – lustig!


Oh mein… Wer hat den Feuerwehrmann für das komische „Eins – Ding im ORF-gecastet?!


Und nun soll jeder wissen, woher ich meinen morbiden Humor habe, denn meine Mama bekommt bei der Nachricht, dass bei Elektro-Techniker in Brasilien nach einem Elektroschock gestorben ist, einen Lachkrampf. Ja, das Leben ist gerne ironisch.


Und plötzlich ist meine Mama wieder ganz munter beim Pan-Tänzer mit nacktem Oberkörper. Denn nun gibt es noch einmal den Siegersong vom letzten Jahr. Soll das ein Witz sein, dass die Sängerin Emmelie de Forest heißt und die Tänzer einen Wald darstellen?! Nun wird auch endlich das Wasserbecken vor der Bühne genützt.

Und nun geht es los mit der Tour durch Europe, ein Land nach dem anderen, das Dänemark für die Show dankt und ewig braucht, um einfach nur die dummen Punkte zu verlesen.

Keine Sorge, ich werde es abkürzen, denn wer auch immer das liest hat es ja sicher schon gesehen, gelesen oder gehört.

Auch wenn die diversen Moderatoren an und für sich recht unterhaltsam sind. Die dänischen Moderatoren tun mir so leid, denn sie dürfen ihr Gesicht dabei nicht einmal verziehen. Und dann kommt dann auch noch die richtige Helene Fischer, die die Punkte von Deutschland verliest.

Und tatsächlich: WIR SIND SONG CONTEST!

Sollte dieser nächstes Jahr in Wien stattfinden, wird es eine Live-Berichterstattung meinerseits geben!

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