Montag, 16. Dezember 2013

Eine Hochzeit und viele Todesfälle - A Game of Thrones



Hat letztes Jahr jeder Dritte in öffentlichen Verkehrsmitteln einen dicken, fesselnden Schundroman gewälzt, so sah man heuer viele Menschen in ein nicht minder dickes, aber wesentlich anspruchsvolleres Buch versunken: A Game of Thrones. Genauer gesagt handelte es sich dann um eines der (bisher) 5 Bücher. Das nächste Buch ist in Arbeit, aber es wird wohl noch etwas dauern, bis es vollendet ist. Kein Wunder, hat Autor George R.R. Martin in seiner Reihe eine Welt erschaffen, die jener von Lord of the Rings in nichts nachsteht (außer vielleicht, dass die Landschaftsbeschreibungen nicht ganz so ausführlich sind. Wer sich Beschreibungen der einzelnen  Grashalme der Ebene Rohan erhofft, ist hier also falsch. Hat sich noch jemand außer mir bei dem Kapitel gedacht: „Ja, Herr Tolkien, wir haben verstanden, dass es hier Gras und Pferde gibt!!!!“) Schon im ersten Buch kommen so viele Namen in den ersten paar Kapiteln vor, dass man froh ist, dass es einen Appendix mit all den Namen und Adelsgeschlechtern und deren Geschichte gibt. Wer Das Silmarillion gelesen hat, weiß wovon ich spreche.
Jetzt aber kurz für nicht-Eingeweihte: Worum geht es bei A Game of Thrones? Ganz vereinfach gesagt: Nomen est omen – (scheinbar) unzählige Königshäuser kämpfen um den Thron. In unterschiedlichen Handlungssträngen geht es um Intrigen, Macht, Krieg und natürlich Liebe. Jeder hat einen Anspruch auf den Thron und jeder mehr als eine Leiche im Keller.  

Die Bücher gibt es ja nicht erst seit heuer, aber durch die gleichnamige Fernsehserie hat das Franchise einen neuen Boom erlebt. Ganz in HBO Manier gibt es in der Serie viel Gewalt, Sex und Blut – kein Wunder also, dass der typische True Blood Fan sich seine Wartezeit zwischen den Staffeln mit A Game of Thrones verkürzt (oder ist es mittlerweile schon umgekehrt?).  Heuer im Sommer lief die 3. Staffel der Serie in den USA, und diese hat einen besonderen Hype ausgelöst. Wann auch immer man eine Person auf die Serie anspricht, ruft jeder: „Oh mein Gott, die Red Wedding!“  Dies stellte sich für mich heuer im Sommer als besondere Herausforderung heraus, da ich die 3. Staffel noch nicht gesehen hatte, als ich in Kanada war, und jeder mit mir darüber diskutieren wollte. Aber ich habe es bis jetzt geschafft, NICHT zu erfahren was passiert. (Sollte jemand es wagen, es auf meine Facebook Seite zu posten o.ä., dann… Ihr solltet nicht den Drachen wecken!) Dementsprechend halte ich mich auch von diversen Fanseiten fern.

Und so sitzt man nun als Fan auf dem Trockenen und liest in der Zwischenzeit eben die Bücher. Wenigstens sind die mindestens 800 Seiten stark, sodass man sich damit EINIGE Zeit vertreiben kann. Meine Kollegen können davon ein Lied (Song of Ice and Fire… :-)) singen, weil ich regelmäßig völlig übermüdet dasitze und auf die Frage hin, ob ich denn schlecht geschlafen hätte, nur antworte: „Nein, aber ich wollte nur noch 1 Kapitel lesen!“ Das kennen wir alle. War auch bei Harry Potter so…

Während man als Fan die Bücher verschlingt, hofft man doch inständig, dass George R.R. Martin es noch schafft, alle Bücher zu vollenden, bevor er… Man will ja nichts verschreien, aber der Jüngste ist er nicht mehr… Gott sei Dank, hat er angeblich einem Executive bei HBO verraten wie sein Werk enden soll, sollte es sich nicht mehr ausgehen.

Vielleicht kurz noch zur Synchronisation: Auch wenn ich zu den wenigen Fernsehfreaks meines Alters gehöre, der prinzipiell nichts gegen Synchronisation hat (es zwingt mich ja niemand es auf Deutsch zu schauen, und hin und wieder mag ich es, wenn ich NICHT bei jedem Dialog aufmerksam sein muss und ALLES verstehe), so muss ich mich doch fragen, was man sich dabei gedacht hat gewisse Eigenname zu übersetzen. Das schlimmste Beispiel: Jon Snow …..nhräi<hgirähn…. – Entschuldigung, ich war gerade in Tagträume von Jon Snow versunken – ach ja, er heißt auf Deutsch doch tatsächlich Jon Schnee! Wieso?! Jack Sparrow (Verzeihung, Captain Jack Sparrow) heißt ja auch nicht Captain Jack Spatz. Da möchte ich am liebsten im Schnee versinken…

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